Für den heutigen Tag hatten wir zwei Möglichkeiten: früh aufstehen und die Fahrradtour machen oder später aufstehen und per Tuk-Tuk “greater Angkor” umfahren. Wir entschieden uns selbstverständlich für zweiteres, nachdem wir so spät angekommen und noch in der Stadt waren.
Am Abend zuvor hatte Erich uns ja schon beraten, was die Organisation der kommenden zwei Tage anging. Heute morgen konnten wir erstmal ausschlafen und in aller Ruhe im Guesthouse frühstücken. Das Frühstück ist für den Preis wahrscheinlich unschlagbar und die familiäre Athmosphäre tut ihr übriges. Dazu gab es einen Saft, dessen Ursprung wir leider nicht identifizieren konnten. Der Geschmack der Frucht war mir vollkommen unbekannt und obwohl ich normalerweise nicht so der Feinschmecker bin, war der Saft für mich nicht sooo lecker.
Wie schon angesprochen hatten wir uns heute für die Tuk-Tuk-Tour entschieden und starteten dann so gegen 10 Uhr mit “Batman” vom Guesthouse Richtung Angkor Wat. Erich hatte uns die Tour aufgeschrieben und eine Karte mitgegeben und so ging es erstmal direkt nach Norden Richtung “Main Entrance and Admissions”. Dort kauften wir uns eine 2-Tages-Karte für Angkor und fuhren dann weiter auf Angkor Wat zu. Im Video unten sind das die ersten Sekunden, in denen wir an Angkor Wat (auf der anderen Seite des Beckens) Richtung Osten fahren.
Angkor countryside
Angkor Schulkinder :)
Wenn ihr bei Erich seid, dann lasst euch von ihm beraten – dazu muss ich hier nicht mehr sagen. Wenn ihr alleine unterwegs seid, solltet ihr je nach Saison pro Tag wohl so 20-30 US-Dollar für ein Tuk-Tuk zahlen. Mit diesem könnt ihr euch dann einen Tag lang hinfahren lassen wo ihr wollt und kriegt dann unter Umständen noch Gespräche mit dem Fahrer und Hintergrund-Infos kostenlos dazu.
Außerdem würde ich empfehlen, wenigstens einmal eine Fahrrad-Tour zu machen. Dazu morgen mehr (also im Post vom 12.12.09).
Eine mögliche Route mit dem Tuk-Tuk will ich im Folgenden beschreiben (das ist im Übrigen auch die, die euch Erich empfehlen würde).
Ja, richtig, fast 100km an einem Tag durch Dschungel, Dörfchen und Tempel umfasst diese Route durch das “Greater Angkor”. Ich war am Anfang überrascht, wie groß der Komplex ist, doch so ist das wohl mit 1000 Jahre alten Großstädten.
Wie gesagt: wir fuhren zuerst Richtung Angkor Wat, bogen dann auf der Straße nach rechts ab Richtung Osten, vorbei an “Prasat Kravan”, einem kleineren, nicht so sehenswerten Tempel, und weiter zu “Pra Rup”, unserem ersten Halt am heutigen Tag. Das beeindruckendste an diesem kleinen Tempel war für mich die Feststellung, dass man schon ein Abwassersystem eingebaut hatte.
Danach ging es weiter Richtung Osten hinein ins “East Baray” (“The East Baray (Khmer: បារាយណ៍ខាងកើត) is a now-dry baray, or artificial body of water, at Angkor.” – englische Wikipedia) und weiter nach Norden zu dem abgelegenen Tempel von Banteay Sray. Auffällig ist ja, dass jeder der Tempel irgendwie anders ist und so auch hier: entscheidend war die Tennisplatz-rote Färbung überall und die sehr feinen und gut erhaltenen Verzierungen, sowie die ausgeprägte und langgestreckte Symmetrie.
Bantey Sray: Tennisplatz-rot.
Bantey Sray: feine Tor-Verzierungen, Geschichten.
Danach zurück nach Süden unter weiter nach Osten zu “Banteay Samro” (?). Der nächste Tempel lag wieder weiter westlich, “East Mebon”. Hier, oder an einem der anderen Tempel vorher, sah ich auch den wohl schlimmsten Bettler der ganzen Reise – was mich im Übrigen einigermaßen verwundert hat, weil ich mir das schlimmer vorgestellt hatte. Die Person sah auf jeden Fall aus wie verbrannt, also so stelle ich mir zum Beispiel auf Grund gewisser Bilder Napalm-Opfer vor. Das war echt kein schöner Anblick, vor allem vor dem Hintergrund, dass es wohl auch vorsätzliche Verkrüppelungen und Verstümmelungen gibt um den Ertrag der Bettler durch Erregung von Mitleid zu erhöhen. Darunter fallen dann also Amputationen, Verbrennungen und so weiter. Eben all diese schrecklichen Auswüchse, die der Tourismus hervor bringt.
Hier kauften wir auch zum ersten Mal was zu essen, da mittlerweile schon einige Zeit ins Land gegangen war. Das ist generell zu empfehlen: kauft euch das Essen unterwegs. Wir sind genügsam und haben uns deshalb nur kiloweise Bananen gekauft, die soooo geil und billig sind…Für so einen Strunck Mini-Bananen zahlt man etwa 1$ und es würde wahrscheinlich noch billiger gehen. Selbst wenn ihr keine Bananen mögt: probiert diese! Das ist kein Vergleich zu den Spanien-Gewächshaus-Dingern, die es bei uns gibt. Ansonsten soll man nur schälbares und ungeschältes Obst kaufen, steht ja auch alles im Reiseführer (in Kurzform: schälbares ist tendentiell weniger mit Krankheiten verseucht, als schon geschältes, da ja eine Schale außen rum ist ;-) ).
Auch Wasser gibt es seeehr günstig unterwegs, deshalb am Besten gar nicht teuer in Siem Reap einkaufen, sondern alles unterwegs mitnehmen. Wasser gibt es nämlich für 1$ die Flasche aus dem Eisfach an jedem der zahlreichen Stände an jedem der zahlreichen Tempel. Geheimtipp: wenn du für 1$ eine Flasche kriegst, kriegst du für 1$ auch zwei Flaschen. Auch hier ist handeln angesagt, was sich aber als leichter und angenehmer als in Vietnam und später Thailand darstellen sollte. Und wenn man dann ein bisschen mehr gibt oder noch Bananen kauft, sind alle zufrieden.
Ich würde euch ausdrücklich empfehlen einfach immer freundlich zu sein und ein Lachen im Gesicht zu tragen, dann läuft der Hase schon. Der Kunde ist zwar König – diese betriebswirtschaftliche Grundkonzept gilt zwar auch hier – aber welchem Kunde gibt man lieber Rabatte aus Kulanz: dem freundlichen oder dem unfreundlichen, der meint einen Anspruch auf diesen Rabatt zu haben?
Wir überquerten den Fluß, der sich, zu seinem Nachteile, auch durch Siem Reap schlängelt. Was hier noch romantisch aussah und so, als könnte man irgendwie davon leben, mit Wasserrädern und so, war in Siem Reap nur noch eine einbetonierte Kloake. So kanns gehen. Aber fließt ja alles in den großen Teich (Tonle Sap dort, Ozeane hier), von daher die selbe Mentalität wie bei uns. Und noch eine Parallele: auch bei uns lebt man eigentlich von dem, was man weiter oben am Zufluß noch so fleißig verschmutzt. Aber gut, die Menschheit lernt wohl langsam und während am deutlich kleineren Tonle Sap ein “Umdenken”, so hört man, schon einsetzt, weil die Fischfangmengen zurück gehen, lernt der Westen auf Grund der Größe seiner umgebenen Meere sicher noch langsamer.
Vorbei ging es an den Tempeln Nr. 5, 6 und 7 (“Ta Som”, “Noak/Neak Pean” und “Preah Khan”) Richtung Angkor Thom und einmal quer hindurch vorbei an dem beeindruckenden “Bayon” mitten in Angkor Thom, den wir erst am nächsten Tag besichtigen würden. Auch an den oben genannten drei Tempeln war die Unterschiedlichkeit bemerkenswert (s. Bildunterschriften).

Mal dominierten massive alte Bäume...
...wie auch hier.
...und dann bestand ein Tempel mal im Wesentlichen aus Wasserbecken.
Bayon, der Zentral-Tempel von Angkor Thom

Angkor Thom Nordtor
Nachdem wir bei Bayon für ein kurzes Fotoshooting unter Freunden angehalten hatten, passierten wir das Südtor und Phnom Bakheng um den Sonnenuntergang in Angkor Wat zu beobachten.
Wie bitte, fragt ihr euch, SonnenUNTERgang in Angkor Wat? Ja, richtig gehört. Eine Info von Erich: abends seien die ganzen Touristen zu 2 oder 3-tausend auf dem Berg des Tempels Phnom Bakheng um von hier die Sonne über Angkor Wat untergehen zu sehen. Das sei aber gar nicht so prickelnd, vor allem nicht, wenn erwähnte tausende Touristen mit einem beobachten, gehe ein wenig der Magie des Moments verloren. Wer hätts gedacht.
Der Tipp bestand nun also darin abends nach Angkor Wat zu gehen, wo dann weniger los wäre, und morgens (deshalb auch für die Fahrradtour aufstehen um 4.30 Uhr) Phnom Bakheng zu erklimmen und dort den Sonnenaufgang mitzuerleben. Gesagt getan.
Und so passierten wir Phnom Bakheng nur Richtung Angkor Wat und kamen dort auch noch zeitig genug an um uns Angkor Wat in seiner ganzen Pracht in der güldenen Abendsonne anzugucken. Diesem Ereignis vorgelagert war jedoch ein Rundgang um Angkor Wat, die Betrachtung der Innereien und 1,5 Stunden Entspannung auf den hinteren Terassen von Angkor Wat, wo absolut nichts mehr los war um diese Uhrzeit. Nach 90km Buckelpiste mit “Batman” und seinem Tuk-Tuk war das Rumliegen auf dem warmen Sandstein sehr wohltuend :-) Und weil Bilder mehr sagen als meine tausend Worte (1382 in diesem Moment, um genau zu sein):
Vordereingang von Angkor Wat

Religiöse Innereien von Angkor Wat
Angkor Wat mal von hinten - die Form ist irgendwie ähnlich wie von vorne.
Das verheißungsvoll güldene Angkor Wat.

So, das wars für heute. Sundown.
Und dann ging es in die Schatten der Nacht hinein zurück nach Siem Reap. Dort trafen wir im Guesthouse glücklicherweise Erich an, der uns, im Preis inbegriffen, Fahrräder und Know-how zur Verfügung stellte und auf unsere Nachfrage hin das “Sugar Palm” im Herzen von Siem Reap zum Essen empfahl.
Dieses suchten wir auch umgehend auf. Das Essen war ausgezeichnet. Wer irgendwo auf der Straße essen will, wird sicher auch glücklich, aber die Athmosphäre im Sugar Palm, die freundliche Bedienung, die Preise, das Essen – das war mir die paar Dollar Mehrkosten durchaus wert. Tipp von Erich: probiert das “Amok” dort. Tipp von mir: probiert das “Chicken Satay” als Vorspeise. Kurze Wegbeschreibung: von Norden an der CALTEX-Tankstelle nach Süden einbiegen und die Straße runter radeln, von Süden durchfragen ;-), kann die Straßennamen auf der Karte gerade nicht lesen.
Koloniale Stimmung im Sugar Palm Restaurant
Später sind wir dann noch zum Angkor Night Market und rüber Richtung Old Market. Der Night Market war nicht so mein Fall, halt Standard-Touristen-Kram, Klein-Bangkok-Night-Market. Aber die Athmosphäre in der Stadt war nachts toll, weil noch so viel Leben in den Straßen war, nicht nur von Touristen, sondern insbesondere auch von den Einheimischen, die offenbar erst nachts so richtig zum Leben erwachen – verständlich bei der Hitze tagsüber.
Früh haben wir uns dann zurückgezogen in unsere offenen Schlafräume – es gab tatsächlich keine Fenster, sondern nur Fliegengitter, was aber super angenehm war nachts – weil wir ja verdammt früh aufstehen mußten.
# Sophiadesigns Weblösungen » Blog » “And Steve was silent.” on April 18th, 2010
[...] läßt Sun seitdem mit Klagedrohungen in Ruhe. Die ganze Geschichte gibt es hier. (via blogomatic) Und in Klammern eine Leseempfehlung – Themenunabhängig. Ach ja, vielleicht haben Sie es schon erraten: wir testen gerade, ob Pingbacks funktionieren. [...]
# Chris on Juni 17th, 2010
Klasse!
# Abenteuerurlauber on August 7th, 2010
Toller Artikel! Erinnert mich an meine eigene Angkor-Reise.
# What are photos of Thailand and Cambodia that show how beautiful it is and why to visit? - Quora on März 20th, 2011
[...] thincing :) Here are some pictures of the area around Angkor :) (and a short movie). I loved it!http://ich-war-mal-kurz-weg.de/2…3:53amView All 0 CommentsCannot add comment at this time. Johnny Walls, Travelled [...]
# Ich war mal kurz weg. » Blog-Archiv » 42km in Angkor per Fahrrad und noch mehr Bananen on April 11th, 2011
[...] Dunkelheit kurz berührt hatten auf dem Weg nach Phnom Bakheng. Angkor Wat haben wir ja schon gestern besucht, weshalb wir uns einen erneuten Besuch gespart haben, zumal es dann wirklich die [...]